05.11.2014

Christen und Juden - eine skandalöse Vergangenheit und hoffnungsvolle Wege in die Zukunft Vortrag von Bettina K. Hakius AIm Rahmen der Themenreihe „Reformation und Politik“ luden am vergangenen Mittwoch die evangelische Gemeinde Kuppenheim- Bischweier, der Arbeitskreis Stolpersteine Kuppenheim sowie die KÖB Kuppenheim gemeinsam in den Bürgersaal des Alten Rathauses ein. Dieser Einladung folgten so viele Interessierte, dass sich der Beginn der Veranstaltung zunächst ein wenig verzögerte. Erst als schließlich alle einen Sitzplatz gefunden hatten, konnte die Referentin Bettina K. Hakius mit ihrem Vortrag über das Thema "Christen und Juden - eine skandalöse Vergangenheit und hoffnungsvolle Wege in die Zukunft"
beginnen. Gerade angesichts der aktuellen politischen Situation lohne sich "der Blick in den Rückspiegel - aber ohne darin zu verharren", so Bettina Hakius. Und mit dieser Zielsetzung führte sie die Zuhörer durch 2000 Jahre jüdisch-christlicher Geschichte und zeigte auf, wie sich eine Religion, deren Wurzeln im Judentum liegt und deren "Gründer" Jesus sich eigentlich als jüdischer Reformer verstand, zunehmend von den Juden abgrenzte. Vor allem theologische Fehlentscheidungen innerhalb der christlichen Kirche waren im Laufe der Jahrhunderte dafür verantwortlich, dass sich eine antijüdische Haltung in der christlichen Bevölkerung etablierte und Juden ausgegrenzt und verfolgt wurden. Frau Hakius unterbrach den historischen Rückblick immer wieder mit musikalischen und literarischen Zitaten und bewies, dass sie auch eine ausgezeichnete Sängerin ist und Klavier und Querflöte beherrscht. Die nachdenklichen Gedichte von Gertrud Marx ("Hast Du uns darum in der Welt zerstreut,/ damit wir immer neu einander finden...) veranschaulichten beispielsweise die tiefe Frömmigkeit einer deutschen Jüdin Anfang des 20. Jahrhunderts. Axel Kühners jüdischer Humor brachte dagegen das Publikum trotz des überwiegend ernsten Themas herzlich zum Lachen. In der anschließenden Diskussionsrunde machten viele der zahlreichen Zuhörer von der Möglichkeit Gebrauch, ihre persönliche Sicht auf die Problematik einzubringen. Bettina K. Hakius ist Theologin und Kennerin Israels, das sie mindestens einmal pro Jahr bereist. Sie wies auf die Gefahren des neuen Antijudaismus in Deutschland hin und warb aus ihrer persönlichen Erfahrung heraus für mehr Verständnis gegenüber Israel, das in den hiesigen Medien häufig ungerecht bewertet werde. Mit ihrem jazzigen selbst komponierten Schlusslied "From Baghdad to Cairo" (nach Jesaja 19) fasste sie ihren Appell an die Zukunft zusammen: Der Weg vom alttestamentarischen Assyrien nach Ägypten führt "durch Jerusalem", d.h. der Weg zum Frieden im Nahen Osten ist ohne Israel nicht denkbar.
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